Autor-Archiv R. Götze

OABB wählt neuen Vorstand

Am 28. August trafen sich die Mitglieder der OABB zu einer Mitgliederversammlung. Der wichtigste Tagesordnungspunkt bestand in der Neuwahl des Vorstandes. Dieser wurde erforderlich durch den plötzlichen Tod des Vorstandsvorsitzenden Joachim Mertens und den Austritt eines Vorstandsmitgliedes aus dem Verein. In den neuen Vorstand wurden Prof. Dr. Justus Eichstädt –  TH Brandenburg, Dr. Bettina Götze – Optik Industrie Museum Rathenow, Randolph Götze, Christoph Koltermann – Augenoptiker- und Optometristen Innung des Landes Brandenburg und Peter Poschmann – Poschmann Design berufen. Der Vorstand wählte Randolph Götze zum neuen 1. Sprecher und Peter Peter Poschmann zum 2. Sprecher des Vorstandes der Optic Alliance Brandenburg Berlin.

OABB trauert um Joachim Mertens

Am 12. April erreichte uns die Nachricht, dass Joachim Mertens, Geschäftsführer der OPTOTEC Rathenow GmbH und 1. Sprecher des Netzwerkes OABB optic alliance brandenburg berlin e.V. plötzlich am 10. April verstorben war. Wir konnten und wollten es nicht glauben, ist doch die Rathenower optische Industrie ohne Joachim Mertens kaum vorstellbar.

In Osterburg in der Altmark geboren, kam er mit 17 Jahren nach Rathenow um in den Rathenower Optischen Werken „Hermann Duncker“ eine Ausbildung zu absolvieren. Ein Studium folgte und die ROW wurden endgültig zu seiner beruflichen Heimat. Hier engagierte er sich und war ein geachteter Kollege und Leiter. Nach der politischen Wende in der DDR kam auch bald das Aus für diesen Großbetrieb.

Doch Joachim Mertens steckte nicht auf und so gründete er 1992 die OPTOTEC GmbH Rathenow. Dass sich das Unternehmen rasch zu einem führenden Unternehmen der Branche entwickelte, es besitzt eine eigenständige Produktentwicklung, um den augenoptischen Markt mit eigenen Technologieangeboten zu bereichern, war das große Verdienst von Joachim Mertens. Neben der Entwicklung seines eigenen Unternehmens ging es ihm aber immer auch um den Optikstandort Rathenow. Mit Geduld und Empathie gelang es ihm, im Verbund mit anderen, zur Stärkung der augenoptischen Kompetenzen, Unternehmen, wissenschaftliche Institutionen und regionale Akteure ab Anfang der 2000er Jahre in Netzwerkprojekten, dem Kompetenzzentrum Optik Rathenow e.V. und dem Innovationsnetzwerk Augenoptik Rathenow zu organisieren.

Er selbst sah es so: „Der besondere Vorzug von Vernetzung, Komplexität und Vielfalt an einem Standort macht Rathenow zu einem beachtenswerten Zentrum der Branche.“ Besonders freute sich Joachim Mertens darüber, dass beständig seit 1992 die kleineren und mittleren Unternehmen der Branche, auf den großen Messen zunächst in Köln und aktuell in München mit einem Gemeinschafts-stand vertreten sind. Gelebte Netzwerkstrukturen zu entwickeln, um die Unternehmen einzeln und in der Gemeinschaft zu stärken war sein großes Ziel und so warb er unermüdlich für den Optikstandort Rathenow. Das Optik Forum Rathenow, die Lange Nacht der Optik, der Optikpreis Rathenow, mit dem innovative Projekte, Produkte und theoretische Ausarbeitungen aus dem Bereich der Augenoptik prämiert werden, all das sind Projekte, die ohne Joachim Mertens nicht ins Leben gerufen wären.

Von Beginn an engagierte sich Joachim Mertens für eine engere Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft am Standort Rathenow. Endlich war es im Jahr 2016 soweit. Als 1. Sprecher des Netzwerkes OABB optic alliance brandenburg Berlin e.V. war er intensiv in die Vorbereitungen des Studienganges Augenoptik/Optische Gerätetechnik involviert. Mit der Einrichtung dieses Studienganges an der Technischen Hochschule in Brandenburg an der Havel ging ein langer Traum von Joachim Mertens in Erfüllung.

Viel hatte er noch vor. Er engagierte sich im Verein zur Förderung, Pflege und Erhaltung der optischen Traditionen in Rathenow e.V. und die Stärkung des Optik Industrie Museum war für ihn Herzenssache. Es erfüllt uns mit großer Trauer einen sympathischen, verantwortungsbewussten, einfühlsamen, engagierten Menschen und Mitstreiter zu verlieren.

Der Vorstand und die Mitglieder der Optic Alliance Brandenburg Berlin

 

Dr. Justus Eichstädt ist neuer Professor für Augenoptik/Optische Gerätetechnik

Prof. Dr. Justus Eichstädt ist neuer Professor und Studiendekan im Studiengang Augenoptik/Optische Gerätetechnik an der Technischen Hochschule Brandenburg (THB). Eichstädt wurde am vergangenen Montag von Wissenschaftsministerin Martina Münch an die THB berufen und startet am 1. März mit seinen neuen Aufgaben.

Prof. Dr. Justus Eichstädt

Der 34-jährige Rathenower ist gelernter Augenoptiker und studierte anschließend Augenoptik in Wolfsburg und Photonics an der Technischen Hochschule Brandenburg. Anschließend war er Entwicklungsingenieur bei Berliner Glas KgaA.  2013 promovierte Eichstädt am Lehrstuhl für angewandte Lasertechnik an der Universität Twente in den Niederlanden. Zuletzt arbeitete er im OSZ Havelland.

Prof. Dr. Justus Eichstädt: „Als Rathenower Optik-Ingenieur ist es mir eine Ehre, eine für diese Region so  wichtige Aufgabe aktiv mitgestalten zu dürfen.“

THB-Präsidentin Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui: „Der Studiengang Augenoptik/Optische Gerätetechnik war von Anfang sehr gut nachgefragt und wird von Politik und Wirtschaft hervorragend unterstützt. Ich bedanke mich bei Gründungsprofessor und Studiendekan Prof. Dr. Eckhard Endruschat für seinen außerordentlichen Einsatz.“

Der duale Studiengang Augenoptik/Optische Gerätetechnik an der THB startete im Wintersemester 2016/17 mit 17 Studierenden. Der Studiengang wird in Kooperation mit der Augenoptiker- und Optometristen-Innung des Landes Brandenburg in Rathenow gestaltet. Er verbindet die medizinisch geprägte Augenoptik mit zusätzlichen ingenieurwissenschaftlichen Kenntnissen über Funktionsweise, Entwurf, Bau und Betrieb von modernen medizintechnischen Geräten. Dabei liegt der Fokus auf medizinisch-optischen Mess- und Diagnosesystemen.

Neben der Leitung des Studiengangs übernimmt Eichstädt auch die Verantwortung für das Laserlabor der THB: „Hier wollen wir nicht nur die bestehenden Angebote für die Unternehmen der Region auf- und ausbauen, sondern auch die Laserforschung mit der Augenoptik verbinden.“

Seine weiteren Forschungsthemen sind Biomedizin und Tribologie. Tribologie zielt auf die funktionelle, ökonomische und ökologische Optimierung von Bewegungssystemen – beispielsweise zur Minimierung von Verschleiß.